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Arme arme Kranke

Verfasst von ws am 31. März 2008 - 12:26.

Solidarisch krankenversichert für die Armut: Deutsches oder Versicherungs-Prinzip?

Der deutsche Krankenversicherte erfährt meistens nicht, was die Behandlung kostet – zumindest wenn er sie nicht selbst bezahlen muss – was zu Missbrauch verleiten kann. Der Krankenkassenbeitrag für Pflichtversicherte hängt vom Einkommen ab, ist also ursprünglich mal sehr sozial gedacht: Die Wohlhabenderen zahlen indirekt für die Armen mit. Nur funktioniert dieses System nicht, wenn die Wohlhabenden aussteigen und sich privat versichern oder wenn zahlreiche Klein- und Scheinselbständige sich zwangsweise privat versichern müssen. Letztlich konkurrieren hier zwei Systeme.

Beim Versicherungsprinzip in anderen EU-Staaten wird eine Grundversorgung für jeden Bürger gewährleistet, via Steuern oder einer Grundkrankenversicherung. Diese sollte normalerweise mit einer privaten freiwilligen Zusatzversicherung ergänzt werden. In jedem Fall zahlen die Patienten meistens erst einmal selbst ihre Arztkosten und holen sich dann einen Teil der Kosten beim Staat zurück. Den Rest gibt es von der Zusatzversicherung. Nachteil: Die Armen, die mangels Einkommen diese Zusatzversicherung eher bräuchten, können sie sich nicht leisten und werden also Arztbesuche meiden. Und selbst jene, die die Zusatzversicherung besitzen, werden mitunter den Arztbesuch hinausschieben, weil sie gerade nicht genug Geld zum Auslegen haben (bis die Zusatzversicherung zahlt).

Die Missbrauchslegende von zu häufigen leichtfertigen Arztbesuchen gibt es auch in anderen Ländern.

In beiden Fällen trifft's vor allem jene, die am wenigsten Geld haben.

siehe auch "Krank im Ausland"

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