Neuer Deutscher Ausweis
Am 23/24. Juli beschlossen: Ab 2010 kommt in Deutschland der biometrische Ausweis. Das Foto wird darauf digital gespeichert werden. Vorerst freiwillig ist die Möglichkeit auch einen Fingerabdruck und eventuell weitere biometrische Daten auf dem Plastikausweis speichern zu lassen. Die Bundesregierung umwirbt diese Funktion damit, dass damit der Ausweis auch als Passport und für Internet-Identifikationen verwendet werden kann. Datenschützer warnen vor diesem Ausweis. Zwar handelt es sich nur um einen Kabinetts-Beschluss, nach einiger Diskussion werden Bundestag und -rat jedoch wahrscheinlich zustimmen.Österreich tauscht DNA- und andere Daten mit USA, Albanien und weiteren Staaten
Über polizeiliche Zusammenarbeit diskutierten Ende Juli 2008 Österreich, die USA und westliche Balkan-Staaten wie etwa Albanien. Die Beteiligten wollen künftig gemeinsam auf die DNA-Datenbank Österreichs zugreifen, die als eine der weltweit größten gilt. Ebenfalls im Juli 2008 trat eine Konvention zwischen diesen Staaten zur polizeilichen Kooperation wirksam, die im Mai 2006 unterzeichnet worden war. Der österreichische Datenschutz ARGE DATEN reagiert hierauf schwach: Wenngleich die Arbeitsgemeinschaft darauf hinweist, dass im Jahr 2006 nur in 0,2 Prozent der Fälle DNA-Daten bei der Verbrechensaufklärung halfen, halten die Datenschützer den "Austausch von Daten bei konkreten Verdachtsmomenten für selbstverständlich".www.datenschutz.de/news/detail/?nid=2866
http://derstandard.at/?url=/?id=1216325064585 (siehe auch Leserkommentare ebenda; Kopie des Berichts in Kopie s.u.)
Österreichs Innenministerium will einheimischen Internet-Traffik kopieren
Österreichische Provider sollen vom Innenministerium zertifizierte "Network Bridges" installieren, die den Datenverkehr duplizieren und direkt – offenbar verdachtsunabhängig – ans Innenministerium weiterleiten. Auch soll österreichischen Kunden künftig eine fixe IP-Adresse zugeordnet werden, so dass deren Identifizierung und Online-Überwachung erheblich einfacher wäre.http://futurezone.orf.at/it/stories/293368/
http://futurezone.orf.at/it/stories/293664/
www.datenschutz.de/news/detail/?nid=2864
Datenschutz warnt vor Online-Gesundheitsakten
Peter Schaar, Bundesbeauftragter für Datenschutz, warnt vor internetbasierten GesundheitsaktenErstmalig veröffentlicht wurde unterdessen das Datenschutzkonzept zur deutschen staatlichen Gesundheitskarte. Zahlreiche datenschutzrechtliche und Sicherheits-Aspekte sind jedoch weiterhin nicht ausreichend durchdacht, geplant bzw. nicht konkret genug benannt, kritisiert Heise.**
* www.datenschutz.de/news/detail/?nid=2869
** www.heise.de/newsticker/Elektronische-Gesundheitskarte-Gematik-veroeffen...
privater Anbieter. Diese werben mit der permanenten Zugänglichkeit privater Krankendaten im Falle von Unfällen und Behandlungen ihrer Kunden. Schaar erwartet solche Angebote in absehbarer Zeit auch in Deutschland, verweist aber auf die schwächeren Datenschutzregeln, die in den Heimatländern der privaten Anbieter gelten.*
Personalisierte Werbung auf der Straße
In eine Plasma-Werbetafel soll eine Technik integriert werden, die Alter und Geschlecht von Passanten erkennt. Danach wählt eine Software die relevante Werbung aus. Die Technologie will das Unternehmen NEC entwickelt haben.*Ähnlich ist das Prinzip der japanischen Zigaretten-Automaten, bei denen eine Kamera und Gesichtserkennungssoftware entscheiden, ob der jeweilige Kunden alt genug zum Zigarettenkauf ist.**
Bereits jetzt gibt es Leucht-Werbetafeln, die Vorbeikommende auffordern, sich mittels der Bluetooth-Funktion ihres Handies Bilder oder Melodien zu kopieren, während sie vor einem Werbeplakat stehen. Dass sie damit womöglich Daten über sich selbst an Werbevermarkter übermitteln, wird ihnen nicht gesagt.
* http://futurezone.orf.at/produkte/stories/294190/ & www.datenschutz.de/news/detail/?nid=2867
** auf Smart-Chaos.net
Mini-Sensoren
Nur einen Quadratmillimeter sind sie groß: Minisensoren mit extrem geringem Stromverbrauch benötigen inklusive Batterie nur einen Kubikmillimeter Platz. In der Medizin sollen derlei Sensoren das Fortschreiten von Krankheiten beobachten, wie etwa in Kontaktlinsen den Grünen Star, und damit bei der Diagnose und Behandlung helfen. Voraussetzung für die meisten angedachten Anwendung ist, dass die Sensoren noch kleiner werden.*Jedoch bergen solch kleine Sensoren auch Gefahren: Welche Informationen registrieren sie, wie sind diese gesichert und wer erhält künftig Zugriff auf die Daten? ==> s. Überlegungen auf Smart-Chaos.net
* www.heise.de/tr/Der-Picowatt-Prozessor--/artikel/113044
| Anhang | Größe |
|---|---|
| 2008WestbalkanAustriaDNAaufReisen.pdf | 188.64 KB |



"Der biometrische Passport in der Praxis"
"… Ab kommendem Herbst wird Frankreich neue Pässe herausgeben. Das wird ein biometrischer Pass sein, der nach dem gleichen Modell hergestellt wird, wie in allen europäischen Ländern. In einem kleinen gesicherten Chip befinden sich die Informationen, die sich auch auf dem Papier befinden (Name, Adresse etc.) sowie Ihr Foto, digitale Fingerabdrücke von zwei Fingern.…In den bisherigen Pässen ist nur das Passfoto gespeichert. Die digitalisierten Fingerabbdrücke können hinzugefügt werden.…
Das Sammeln der Fingerabdrücke dient dazu, Identitätsdiebstahl und Passfälschungen zu verhindern. Die zwei Fingerabdrücke werden aus einer Sammlung von acht Fingerabdrücken ausgewählt. Die Daten [eines jeden; d.Übers.] werden für 15 Jahre in einer zentralen Datenbank des Innenministeriums aufbewahrt. Der Antragsteller [eines Passes; d.Übers] kann die Abnahme der Fingerabdrücke nicht verweigern…
Der Pass wird unabhängig vom Alter ausgestellt, bei Kindern für fünf Jahre, bei Erwachsenen für zehn Jahre. Nur Kinder ab 6 Jahre müssen ihre Fingerabdrücke abgeben.
…Ihr Foto kann direkt in der Antragstelle/bei der Beantragung des Passes angefertigt werden.…
In eiligen Fällen können [provisorische d.Übers.] temporäre Pässe ausgestellt werden. Diese gelten ein Jahr und beinhalten keine elektronischen Bestandteile.
Es ist die Aufgabe der CNIL, [die Verwendung der Daten; d.Übers.] zu überwachen – und sie wird sehr streng sein hinsichtlich der Aufbewahrungsbedingungen un der Verwendung der Daten, die die Akten beinhalten, angefangen bei den biometrischen Daten."
21.7.2008 : www.cnil.fr/index.php?id=2505